- Die Preise für EPDM-Kautschuk zeigten Anfang 2026 weltweit eine uneinheitliche Entwicklung: Während in Asien aufgrund des knapperen Angebots Preisanstiege zu verzeichnen waren, standen die westlichen Märkte weiterhin unter dem Druck eines Überangebots.
- Die Unterstützung durch die Rohstoffkosten blieb uneinheitlich, da Versorgungsengpässe im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und der Straße von Hormus die Produktionswirtschaftlichkeit weltweit verschärften.
- Die nachgelagerte Nachfrage nach Dichtungen für die Automobilindustrie, Dachbahnen und Bauanwendungen blieb in Asien stabil, war in Europa und Nordamerika jedoch schwach.
Asien
Die EPDM-Kautschukpreise verzeichneten auf dem asiatischen Markt einen Anstieg, gestützt durch starke Ethylenpreise in Verbindung mit einer Verknappung des Angebots in der Region. Das begrenzte Angebot aufgrund geringerer Auslastungsraten bei Steamcrackern und eines Kapazitätsrückgangs von 20–28 % in Japan und Südkorea übte zusätzlichen Druck auf die Käufer aus, die auf Importe umstiegen, was den Wettbewerb um Ladungen verschärfte. In Indien trieben die zunehmende Abhängigkeit von Lieferungen und die Versorgungsknappheit die Preise aufgrund weltweiter Probleme bei den Energieflüssen weiter in die Höhe.
Europa
Die EPDM-Kautschukpreise in Europa blieben aufgrund von Überangebot und schwacher Nachfrage auf niedrigem Niveau. Die schwache Entwicklung bei Ethylen und dessen niedrige Crack-Marge von etwa 75 % schränkten die Kostenstützung für den Rohstoff ein. Zudem belastete die anhaltende Verfügbarkeit von Importen bei Olefinen und Derivaten die lokalen Hersteller, und die Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie war aufgrund von Inflation und schleppendem Wirtschaftswachstum schwach.
Nordamerika
In Nordamerika blieben die EPDM-Kautschukpreise weitgehend stabil, standen jedoch unter leichtem Druck, da das Überangebot und die schwache Nachfrage in den nachgelagerten Bereichen anhielten. Die an Ethylen gekoppelte Kostenstützung durch höhere Erdgas- und Ethanpreise verhinderte starke Einbrüche, doch die unter Druck stehenden Margen begrenzten Aufwärtsbewegungen. Die Nachfrage nach Automobilkomponenten und für industrielle Anwendungen blieb verhalten, was die Marktaktivität trotz erhöhter Produktionskosten dämpfte.