- Die Preise für grünes Ammoniak blieben im zweiten Quartal 2026 (Q2) im Rahmen langfristiger Verträge weitgehend stabil, während Rekordpreise für graues Ammoniak den Preisaufschlag für erneuerbares Ammoniak verringerten.
- Hohe Gaskosten und der Ausfall von Ammoniaklieferungen aus der Golfregion erhöhten die Produktionskosten für konventionelles Ammoniak, während Subventionen für Elektrolyseure dazu beitrugen, die Kosten für grünen Wasserstoff als Ausgangsstoff zu senken.
- Langfristige Abnahmeverträge und energiepolitische Maßnahmen in Japan, Indien und der EU stützten die Nachfrage, während Südkorea seine Förderung für die Mitverbrennung von Ammoniak einschränkte.
Die Preise für grünes Ammoniak wurden im zweiten Quartal 2026 weiterhin überwiegend im Rahmen langfristiger Festpreisverträge festgelegt. Daher blieben sie weitgehend stabil, während die Preise für konventionelles graues Ammoniak auf Rekordhöhen stiegen. Die Blockade der Straße von Hormus führte im April und Mai zu einem Rückgang der Ammoniaklieferungen aus der Golfregion. Indien war am stärksten vom Ausfall der Lieferungen aus dem Nahen Osten betroffen. Dadurch gewann die heimische Produktion von grünem Ammoniak strategisch an Bedeutung. Indische Produzenten schlossen neue langfristige Abnahmeverträge mit japanischen Abnehmern ab. Gleichzeitig wurden Pläne für den Aufbau eines Umschlag- und Produktionszentrums für grünes Ammoniak an einem Hafen im Süden Indiens vorangetrieben.
Mit dem Anstieg der Preise für graues Ammoniak verringerte sich der Preisabstand zwischen grünem und konventionellem Ammoniak deutlich, wodurch die Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Produktion verbessert wurde. In Europa trieben hohe Erdgaspreise und ein knappes Angebot aus Nordafrika die Preise für graues Ammoniak auf den höchsten Stand seit Beginn des Konflikts. Auch die Förderung der Produktion von grünem Ammoniak wurde ausgeweitet: Im Rahmen der dritten Wasserstoffauktion der EU erhielten Projekte mit einer Elektrolyseurkapazität von 1,1 GW Fördermittel. Dies dürfte die erwarteten Kosten für grünen Wasserstoff senken, der den wichtigsten Ausgangsstoff für die Herstellung von grünem Ammoniak darstellt.
Südkorea strich hingegen die Mitverbrennung von Kohle und Ammoniak aus seiner Förderkategorie für saubere Wasserstoffstromerzeugung, nachdem die Beteiligung an früheren Auktionen gering ausgefallen war. Dadurch wurde die Nachfrage nach Ammoniak in diesem Marktsegment weiter eingeschränkt.