- Die weltweiten Preise für Walzdraht entwickelten sich im ersten Quartal 2026 uneinheitlich, da die durch Rohstoffe und Frachtkosten bedingte Preisstützung das schwache Kaufinteresse auf den wichtigsten Märkten ausglich.
- Die Rohstoffkosten sorgten für eine Preisuntergrenze, während Transportstörungen und hohe Energiekosten die Verarbeitungs- und Transportkosten der Stahlwerke in die Höhe trieben.
- Die nachgelagerte Nachfrage aus den Bereichen Bauwesen, Metallverarbeitung und Maschinenbau verlief weiterhin uneinheitlich: Auf einen schwachen Verbrauch zu Beginn des Quartals folgte gegen Ende eine leichte Verbesserung.
Asien
In Asien bewegten sich die Preise für Walzdraht im ersten Quartal 2026 in einem volatilen, aber größtenteils stabilen Bereich. In China wurden die Preise zu Beginn des Quartals durch feste Rohstoffkosten gestützt, doch eine saisonale Abschwächung und eine schwache Nachfrage im Baugewerbe schränkten die Kaufaktivitäten ein. Da sich die Lagerbestände aufstockten und der Verbrauch weiterhin schleppend verlief, standen die Stahlwerke unter Druck, ihre Angebote unter Kontrolle zu halten. Im März verbesserte sich die Nachfrage leicht, da Projekte wieder aufgenommen wurden, doch vorsichtige Beschaffungsmaßnahmen und reichliche Lagerbestände verhinderten eine deutliche Erholung. Exportbeeinträchtigungen auf den Handelsrouten nach Westasien beeinträchtigten zudem den Warenfluss und erhöhten die Frachtkosten, was den Druck auf das inländische Angebot verstärkte. Chinas Exporte in die Länder am Persischen Golf machten 11,72 % seiner gesamten Stahlexporte aus, was die Bedeutung dieser Route für die regionalen Handelsströme verdeutlicht. In Indien verlief der Markt ähnlich: Es gab zwar eine Kostenstützung, doch die Nachfrage im nachgelagerten Bereich blieb selektiv.
Europa
In Europa bewegten sich die Preise für Walzdraht weiterhin in einer engen Bandbreite. Die Werkskosten blieben aufgrund von Energie- und Frachtkosten auf hohem Niveau, und das Angebot war weitgehend ausreichend. Gleichzeitig blieb die Nachfrage im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe schwach, was die Käufer zur Vorsicht veranlasste und nennenswerte Preisanstiege begrenzte. Auch die Importbedingungen blieben aufgrund von Versandverzögerungen und höheren Einstandskosten weniger effizient, doch der schwache Verbrauch verhinderte stärkere Preisanstiege.
Nordamerika
In Nordamerika zeigten die Preise eher eine kontrollierte Festigkeit als einen klaren Aufwärtstrend. Höhere Input- und Logistikkosten stützten den Markt, während sich die nachgelagerte Nachfrage aus dem Baugewerbe und dem verarbeitenden Gewerbe nur allmählich verbesserte. Die Käufer beschafften sich weiterhin hauptsächlich für den unmittelbaren Bedarf, was die Marktdynamik dämpfte. Die USA produzierten im Jahr 2025 82,0 Millionen Tonnen Rohstahl, was auf eine stabile Produktionsbasis auf dem regionalen Markt hindeutet.