- Die Erdgaspreise zeigten im ersten Quartal 2026 in Indien eine volatile, aber insgesamt rückläufige Entwicklung, während sich die Lage auf den globalen Märkten aufgrund schwerwiegender Versorgungsengpässe verschärfte.
- Die Versorgungslage wurde stark durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt, wodurch fast 20 % der weltweiten Gasströme unterbrochen und die Logistikkosten erhöht wurden.
- Die Nachfrage im nachgelagerten Bereich blieb seitens der Düngemittelindustrie, der Stromerzeugung und der Stadtgasversorgung stabil, doch Versorgungsprioritäten und hohe Kosten schränkten den breiteren industriellen Verbrauch ein.
Asien
Die asiatischen Erdgasmärkte waren aufgrund von Versorgungsengpässen, die durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus verursacht wurden, äußerst volatil; diese beeinträchtigten die Erdgaslieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, auf die fast 20 % der weltweiten Gesamtproduktion entfallen. Etwa 50 % des indischen Erdgasbedarfs werden durch Importe gedeckt, wovon etwa 60 Millionen Standardkubikmeter pro Tag aus dem Nahen Osten stammen, was Indien sehr anfällig für jegliche Art von Versorgungsstörungen macht. Dies führte dazu, dass die Erdgasversorgung für die Düngemittelindustrie und den Haushaltssektor priorisiert wurde, wodurch die Versorgung der Industrie eingeschränkt wurde. Obwohl die internationalen Preise stark anstiegen, sanken die Inlandspreise von 15,25 INR/kg (Vertrag FD) im Januar auf 11,88 INR/kg im März, was einem Rückgang von 22,1 % entspricht.
Europa
In Europa verzeichneten die Erdgaspreise aufgrund geringer LNG-Lieferungen und der Konkurrenz aus Asien einen Aufwärtstrend. Die Umleitung von Lieferungen nach Asien führte zu Versorgungsengpässen in Europa, wobei die Lagerbestände unter dem saisonalen Durchschnitt lagen. Dies erhöhte den Bedarf an zusätzlichen Erdgasbeschaffungen, wobei die Einstellung der LNG-Lieferungen aus Katar und die Beeinträchtigung der Durchfahrt durch die Straße von Hormus das Problem der Versorgungsengpässe weiter verschärften. Es kam zu einer Verlagerung der Handelsströme, wobei die Vereinigten Staaten im ersten Quartal 2026 mehr Erdgas nach Europa exportierten – etwa 22,7 Millionen Tonnen. Die Nachfrage nach Erdgas seitens der Industrie und der chemischen Industrie war verhalten.
Nordamerika
Die Erdgasmärkte in Nordamerika blieben trotz der logistischen Probleme in anderen Regionen stabil, was auf eine ausreichende inländische Produktion und Exporte zurückzuführen war. Die USA nutzten ihre LNG-Exportkapazitäten voll aus, sodass es ihnen unmöglich war, das Angebot zu erhöhen und die weltweit entstandenen Verluste aufgrund des Krieges im Iran und der Behinderung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus auszugleichen. Die Exporte sowohl nach Europa als auch nach Asien stiegen im ersten Quartal 2026 auf geschätzte 3,75 Millionen Tonnen.