- Die Polycarbonatpreise zeigten weltweit einen allgemeinen Aufwärtstrend, der durch steigende Energiekosten und geopolitische Turbulenzen gestützt wurde, wobei die Zuwächse jedoch regional unterschiedlich ausfielen.
- Der Druck auf die Rohstoffpreise verstärkte sich aufgrund höherer Rohöl- und LNG-Preise im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie den Risiken in der Straße von Hormus, was zu steigenden Produktions- und Logistikkosten führte.
- Die Nachfrage in den nachgelagerten Schlüsselbranchen blieb schwach, was trotz der sich verschärfenden Versorgungslage eine vollständige Weitergabe der steigenden Kosten einschränkte.
Asien
Im ersten Quartal 2026 lag der Durchschnittspreis bei 13,84 RMB/kg, wobei er im Januar bei 13,08 RMB/kg und in den folgenden Monaten bei 12,83 RMB/kg bzw. 15,62 RMB/kg lag. Die Durchschnittspreise des Vorquartals lagen bei etwa 14,00 RMB/kg, verglichen mit 13,84 RMB/kg im ersten Quartal 2026, was einem Rückgang von ~1,10 % gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die Polycarbonatpreise verzeichneten im Laufe des Quartals einen Anstieg von ca. 19,39 %, gestützt durch höhere Rohstoffkosten und eine stabilere Marktstimmung vor dem Hintergrund globaler Versorgungsängste. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie logistische Störungen rund um die Straße von Hormus ließen die an den Rohölpreis gekoppelten Produktionskosten steigen und sorgten für Unsicherheit in den regionalen Handelsströmen, was die Preisanstiege stützte. Allerdings begrenzten ein anhaltendes Überangebot und eine schwache Nachfrage in den nachgelagerten Bereichen, insbesondere aus der Elektronik- und Automobilbranche, einen stärkeren Aufwärtstrend.
Europa
Die Polycarbonatpreise in Europa stiegen, da die Verkäufer aufgrund steigender Rohstoff- und Logistikkosten im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran auf Preiserhöhungen drängten. Sorgen um die Preise für Brent-Rohöl und Flüssiggas (LNG) sowie Beförderungsstörungen stützten die optimistische Stimmung, während Frachtverzögerungen von mehreren Wochen und steigende Versicherungskosten zusätzlichen Druck ausübten, was zu Preisanstiegen führte. Rund 11 % der PC-Importe Europas stammen aus dem Nahen Osten, wodurch die Versorgung anfällig für Störungen ist. Das weltweite Überangebot und die schwache Nachfrage verhinderten jedoch eine vollständige Weitergabe der Kostensteigerungen. Zudem erweiterte Covestro seine Kapazitäten durch eine neue Polycarbonat-Produktionslinie in Belgien, was die regionale Versorgungslage weiter verbesserte.
Nordamerika
In Nordamerika verzeichneten die Polycarbonatpreise einen festen Aufwärtstrend, gestützt durch steigende globale Energiekosten und Störungen in der Lieferkette. Höhere Rohölpreise erhöhten die Produktions- und Transportkosten, während geopolitische Spannungen Bedenken hinsichtlich der weltweiten Versorgungsströme schürten, was zu einem Aufwärtsdruck auf die Preise führte. Die schwache Nachfrage in den nachgelagerten Märkten und eine ausreichende Verfügbarkeit im Inland begrenzten jedoch das Ausmaß der Preiserhöhungen. Handelsunsicherheiten und Zölle belasteten zudem die Kaufstimmung.