- Die Harnstoffpreise stiegen im ersten Quartal 2026 weltweit an, da sich die Lieferketten verknappten und die Handelsströme unterbrochen wurden, insbesondere nach der Krise in der Straße von Hormus.
- Der Druck auf die Rohstoffpreise nahm zu, da die Erdgaskosten stiegen und die Transportkosten zunahmen, was die Produktions- und Einstandskosten in die Höhe trieb.
- Die Nachfrage im nachgelagerten Bereich blieb in Asien aufgrund der Frühjahrsaussaat und der Lagerhaltung stabil, während Käufer in anderen Regionen angesichts der hohen Inputkosten weiterhin zurückhaltend waren.
Asien
Die Harnstoffpreise in Asien verzeichneten im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Aufwärtstrend. In China lagen die Preise im Januar bei etwa 1,72 RMB/kg (Spot FD) und im März bei rund 1,86 RMB/kg, was einem Anstieg von etwa 8,16 % von Januar bis März entspricht. Der Anstieg war auf eine stärkere Nachfrage in den nachgelagerten Märkten, Lagerbestandsaufstockungen vor dem Frühlingsfest, indische Ausschreibungen sowie eine rege Nachfrage aus der Landwirtschaft während der Frühjahrsaussaat zurückzuführen. Im März stärkten geopolitische Konflikte im Nahen Osten den internationalen Harnstoffmarkt und stützten die Stimmung auf dem heimischen Markt.
Handelsbeeinträchtigungen durch die Straße von Hormus verknappten das regionale Angebot, und Chinas Exportquotenbeschränkungen nahmen Asien eine wichtige Entlastungsquelle. Auch Indien stand unter Druck, da es jährlich fast 40 Millionen Tonnen Harnstoff verbraucht, seine Lieferkette jedoch stark von Importen und Gas aus der Golfregion abhängt. Regierungsdaten zeigten, dass Indien Mitte März über Harnstoffvorräte von etwa 6,2 Millionen Tonnen verfügte, was die kurzfristige Versorgung stützte, die Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit im weiteren Verlauf der Saison jedoch nicht ausräumen konnte.
Europa
In Europa blieben die Harnstoffpreise stabil, da Störungen rund um die Straße von Hormus den Fluss von Düngemitteln und Gas einschränkten. Etwa ein Drittel des weltweiten seewegs transportierten Düngemittelaufkommens wird über die Straße befördert; daher führte die eingeschränkte Verfügbarkeit von Transportkapazitäten zu höheren Fracht-, Versicherungs- und Ersatzkosten, was wiederum höhere Harnstoffpreise zur Folge hatte. Europäische Abnehmer mussten zudem um die begrenzten Ladungen konkurrieren, da Exporte aus der Golfregion immer schwerer zu sichern waren. Die Nachfrage blieb moderat, doch der Anstieg der Import- und Produktionskosten stützte den Markt.
Nordamerika
In Nordamerika stiegen die Harnstoffpreise ebenfalls an, da das weltweite Stickstoffangebot knapper wurde und die Transportkosten stiegen. Der Markt war von denselben Beförderungs- und Energieengpässen betroffen, die auch in Asien und Europa zu Preisanstiegen geführt hatten. Die Nachfrage aus der Landwirtschaft blieb stabil, doch die Käufer verhielten sich weiterhin vorsichtig, da hohe Düngemittelkosten Bedenken hinsichtlich der Erschwinglichkeit aufkommen ließen. Die weltweite Angebotsknappheit und höhere Logistikkosten übten weiterhin Aufwärtsdruck auf den Markt aus.