- Die weltweiten Stahlpreise entwickelten sich im ersten Quartal 2026 uneinheitlich und bewegten sich in einer engen Spanne, da die kostenseitige Stützung und geopolitische Störungen durch eine schwache Nachfrage und steigende Lagerbestände ausgeglichen wurden.
- Die Rohstoffkosten blieben aufgrund hoher Materialkosten, insbesondere für Nickel und Energieträger, weiterhin hoch, während Spannungen im Nahen Osten und Störungen im Schiffsverkehr die Fracht- und Produktionskosten in die Höhe trieben.
- Die Nachfrage im nachgelagerten Bereich blieb uneinheitlich: Zu Beginn des Quartals war die Bautätigkeit schwach, später kam es zu einer allmählichen Erholung, doch die Abnehmer beschränkten sich weiterhin auf vorsichtige Beschaffungen und wehrten sich gegen höhere Preise.
Asien
In Asien verfolgten die Stahlpreise im ersten Quartal 2026 einen volatilen, aber weitgehend stabilen Verlauf. Die weltweite Rohstahlproduktion blieb 2025 mit ~1.849,4 Millionen Tonnen auf hohem Niveau, wobei China einen dominierenden Anteil hielt. Im Januar wurden die Preise durch höhere Rohstoffkosten aufgrund der knapperen Verfügbarkeit von Nickelerz gestützt, während die Nachfrage aufgrund der saisonalen Abschwächung nachließ. Im Februar kam es zu weiterem Druck, da die Bautätigkeit begrenzt blieb und die Lagerbestände aufgrund des schleppenden Verbrauchs stark anstiegen. Im März verbesserte sich die Nachfrage allmählich mit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten, doch hohe Lagerbestände und eine zurückhaltende Kaufhaltung begrenzten die Erholung der Preise. Exportbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg beeinträchtigten die Schiffstransporte durch die Straße von Hormus, was zu höheren Frachtkosten und Lieferverzögerungen führte. Chinas Exporte in die Länder am Persischen Golf, die 11,72 % der Gesamtexporte und etwa 12,35 Millionen Tonnen ausmachten, waren mit logistischen Engpässen konfrontiert, was das Angebot auf dem heimischen Markt erhöhte und die Preise belastete.
Europa
Auch in Europa bewegten sich die Stahlpreise im Laufe des Quartals in einem engen und schwankenden Bereich. Das Angebot blieb dank konstanter Produktionsniveaus stabil, doch die Nachfrage aus dem Bau- und Fertigungssektor blieb verhalten. Erhöhte Frachtkosten und Versandbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit den Spannungen im Nahen Osten verringerten die Import-Effizienz und erhöhten die Einstandskosten, was die Handelsströme einschränkte. Gleichzeitig bremsten die schwache Stimmung in der Industrie und ein zurückhaltendes Beschaffungsverhalten das Nachfragewachstum.
Nordamerika
In Nordamerika zeigten die Stahlpreise ein ähnliches Muster kontrollierter Volatilität bei moderater Stabilität. Die Produktion blieb stabil, während höhere Vorleistungs- und Logistikkosten den Preisen grundlegende Unterstützung boten. Die Nachfrage aus dem Bau- und Fertigungssektor verbesserte sich allmählich, blieb jedoch zurückhaltend, wobei sich die Käufer auf kurzfristige Beschaffungsstrategien konzentrierten. Störungen in der Lieferkette und steigende Frachtkosten im Zusammenhang mit globalen geopolitischen Spannungen verstärkten den Preisdruck, führten jedoch aufgrund der verhaltenen Nachfrage nicht zu einer starken Aufwärtsdynamik.